Ein Halbes Jahr ohne Instagram - Positives und Negatives

Instagram den Mittelfinger zeigen, 6 Monate ohne Instagram, Positives und Negatives
Foto: FiliPaFotografie

Ein halbes Jahr ohne Instagram. Mehr als 180 Tage. Und noch immer spukt diese App durch meinen Kopf. War die Entscheidung gut oder schlecht alles zu löschen? Oder gibt es dabei kein gut oder schlecht? So oder so muss ich immer wieder feststellen: Marketing ist schwer, egal ob mit sozialen Medien oder ohne. Warum ich Instagram gelöscht habe und wie es sich mit der App für mich abgefühlt hat, kannst du HIER gern nachlesen.

Das ist POSITIV

Für mich hat es viel Gutes nicht mehr auf Instagram zu sein und ich kann es auf drei Hauptpunkte runterbrechen:

 

1. Keine Trigger mehr.

Instagram und seine Algorhytmen haben mich getriggert und trotzdem wollte ich ständig auf dieser Plattform rumhängen. Meine Welt ist ein bisschen leiser und entspannter geworden ohne Instagram. Natürlich passiert immer noch viel Mist in unserer Welt, aber jetzt kann ich mir Nachrichten dosiert holen und werden nicht gleich von ihnen erschlagen, sobald ich die App öffne. 

 

2. Keine Zeitfresser mehr.

Ich habe Bilder gezeichnet, um sie zu posten, nur damit sie nach 24 Stunden niemand mehr wahrnimmt. Das schlaucht und raubt einem total viel Zeit. Ich habe ein bis zwei Stunden täglich auf Instagram verbracht. Auf die Woche gerechnet ist das oft mehr als ein ganzer Arbeitstag. Mittlerweile liegt meine durchschnittliche Displayzeit am Handy bei 90 Min am Tag. Die meiste Zeit geht dabei für YouTube-Yoga und WhatsApp drauf. Ohne die Instagram kann ich konzentrierter Arbeiten und habe mehr Zeit für andere Dinge. Ich wollte immer einen halben oder ganzen Tag die Woche haben, um an eigenen Projekten zu arbeiten und habe es nicht geschafft. Seit einem halben Jahr nehme ich mir ca. vier Stunden in der Woche Zeit für Projekte, die nichts mit meinen Aufträgen von Verlagen oder Kunden zu tun haben. Ich habe in der Zeit ein Handlettering Workbook und ein Monstermalbuch geschrieben und gezeichnet. Seit Januar schreibe ich an einem Roman - oh man, jetzt habe ich es tatsächlich öffentlich geschrieben. Bisher wussten nur mein Mann und meine beste Freundin davon. 

 

3. Platz im Kopf für andere Dinge.

Instagram hat nicht nur Zeit, sondern auch Raum in meinem Kopf gefordert. Ständig dran gedacht und überlegt, wie ich mehr Follower kriegen und meine Bücher besser bewerben kann. Da war kaum Platz für eigene Ideen ohne die Bewertung von außerhalb und dem Gedanken, dass es Klicks und Herzen bringen muss. Mein Kopf fühlt sich freier an.

Handyzeit verringern, Instagram löschen
So sieht eine durchschnittliche Woche am Handy ohne Instagram aus

Das ist NEGATIV

Ich war fast zehn Jahre auf Instagram und klar gibt es auch negatives, wenn man seinen Account löscht. Es fehlen die Kontakte. Internetfreundschaften, die man aufgebaut hat und die mit der Löschung des Accounts gleich mit gelöscht werden. Ich habe den Anschluss zu meinen Kollegen verloren und bekomme aus deren Leben und Arbeit nichts mehr mit. Das ist als Solo-Selbstständige ein großes Thema. Ich versuche aber dagegen zu steuern. Ich genieße Momente, bei denen ich meine Kollegen im realen Leben treffen viel mehr und mit ein paar Leuten bin ich privat in Kontakt. Das ist aber durchaus ausbaufähig und darf gern noch mehr werden.

Ohne Instagram und social media hat man mehr Zeit und Raum für eigene Ideen und Projekte
Foto: FiliPaFotografie

Marketing ohne social media?

In Sachen Marketing hat sich in dem halben Jahr einiges getan. Ich konzentriere mich auf meine Website. Darauf, dass Suchmaschinen sie finden. Ich habe wieder angefangen zu bloggen und viel Spaß dabei. Und seeehr langsam, kommen wieder mehr Besucher auf meine Seite. Ich verkaufe weder mehr noch weniger Bücher. Ich denke, da hatte Instagram keinen Einfluss drauf. Das mag sicher anders sein, wenn man sechsstellige Followerzahlen hat, doch bei unter hundert Menschen, die einen Post sehen macht das wohl kaum einen Unterschied.

 

Ich habe zwar Instagram gelöscht bin, aber noch auf Linkedin zu finden. Diese Plattform triggert mich nicht, daher habe ich meinen Account da bestehen lassen und schaue ab und an mal rein. Außerdem bespiele ich Pinterest gezielt und versuche meine Blogbeitäge dort zu platzieren und hoffe, dass meine Zielgruppe mich so findet. Ich habe einen Youtube-Kanal eingerichtet, aber ich fürchte, das Medium Video liegt mir nicht so sehr. War aber immer schon so. Auf Insta habe ich auch nicht gern Reels gedreht. Zeichnen und Schreiben waren und bleiben meine Favoriten. 

Fazit

Instagram hat Spaß gemacht, als es neu war und man 2016 nicht von Bildern, Videos und Werbung überspült wurde. Ich hatte lange eine gute Zeit auf der Plattform, viele tolle Menschen dort kennengelernt und Kontakte geknüpft, die ich ohne die Plattform wahrscheinlich nicht gefunden hätte. Dennoch möchte ich den Schritt, meinen Account zu löschen, nicht rückgängig machen. Für mich war es eine gute und richtige Entscheidung. Marketing bleibt müßig, egal ob mit Insta oder ohne. Bücher, insbesondere Kinderbücher sind schwer zu vermarkten und viele wirklich gute Bücher gehen in der schieren Masse unter. Marketing ohne Instagram fühlt sich für mich aber besser an und macht vor allem mehr Spaß und das ist für mich letztlich das Wichtigste. 

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