Vom Hobby zum Beruf - mein Weg als Illustrator

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2016 fing alles ganz harmlos mit einer Zeichenchallenge an. Das daraus mal so etwas wunderbares werden würde und ich meinen Traumjob finden und auch ausführen kann, hätte ich damals nicht geahnt. Hätte es mir jemand gesagt, hätte ich ihn wohl für bekloppt erklärt ;-) Manchmal nimmt das Leben eine verrückte Wendung, man muss es nur zulassen.

 

Früher habe ich viel gezeichnet. Mit Anfang zwanzig habe ich dann damit aufgehört aus verschiedenen Gründen. Als dann die Blagen zur Welt kamen und ich meinen Blog (den gibt es mittlerweile nicht mehr) startete, fing ich langsam wieder an zu zeichnen und hatte wieder zunehmend Spaß dran. Auf Instagram entdeckte ich dann so viele tolle Illustratoren und Leute die einfach aus Freude zeichneten, dass ich selbst beschloss wieder anzufangen. Irgendwann stolperte ich dabei über Johanna Fritz und ihre Portfolio Challenge und kam das erste mal bewusst mit dem Beruf Illustrator in Berührung. Jetzt, nur 1 1/2 Jahre später, bin ich den Weg gegangen und bin selber Illustratorin und zwar mit Aufträgen! Vor drei Wochen hat Johanna mich für Ihren Podcast interviewt (zum Interview gehts HIER lang). Da erzähle ich Euch von vorn bis hinten wie sich bei mir alles entwickelt hat. Denn kurz nach der Portfolio Challenge beschloss ich Johannas Kurs "erfolgreich Illustrator werden" (Werbelink) zu buchen. Ich hatte das Gefühl Johanna hatte mir meinen Traumjob präsentiert und ich musste nur noch zugreifen. Das habe ich dann auch getan und seit dem viel gearbeitet. Vorallem an mir. Geht es Dir vielleicht ganz ähnlich? Dann hör Dir doch mal das Interview an. Vielleicht beschließt Du danach, genauso so spontan wie ich damals, Johannas Kurs zu buchen. Falls ja, freue ich mich, wenn Du das über diesen Werbelink tust. Dir entstehen dadurch keine Kosten, aber ich bekomme ein paar Euro für meine Vermittlung. Im Interview habe ich ja bereits meinen kompletten Weg erzählt, daher wollte ich das jetzt hier nicht nochmal tun. Aber ich wollte gern noch einmal darauf eingehen, wie ich es geschafft habe mich zeichnerisch so sehr zu verbessern.

 

 

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Der Anfang

 

Jetzt denkst Du bestimmt, das ist Talent. Ja, ist es auch. Aber Talent macht tatsächlich nur einen kleinen Teil aus, denn ein Talent muss gefördert und gefordert werden. Challenge yourself, wie es so schön heißt. Aber fangen wir von vorne an. Ich habe also langsam wieder angefangen zu zeichnen. Das allerdings nicht sehr regelmäßig. Hier und da hab ich mal ein Freebie für den Blog oder mal eine Katze für die Kleene gekritzelt. Nix dolles und jeder der einigermaßen zeichnen kann, kann das auch. Wie habe ich also angefangen? Mit einer Challenge auf Instagram. In meinem Fall eine Portfolio Challenge, aber wenn Du zeichnen möchtest kannst Du Dir auf Instagram einfach eine Challenge aussuchen. Denn mal ehrlich, dort gibt es sooo viele. Ich werde oft gefragt wie ich die finde. Zum einen kann man über Hashtags wie #zeichenchallenge oder #drawingchallenge drauf stoßen. Ich suche diese Challenges aber ehrlich gesagt nie. Ich folge einfach scheinbar den richtigen Leuten, die selbst solche Challenges ins Leben rufen oder bei einer mitmachen und davon berichten bzw. ihre Bilder zeigen. Also am besten Leuten folgen die auch gern und viel zeichnen. Mittlerweile habe ich auf Instagram den @kritzelklub eröffnet, wo ich tolle deutsch und englischsprachige Challenges mit Euch teile.

 

 

 

Das gute an einer Challenge ist, wie der Name schon sagt, es ist eine Herrausforderung. Klar könnte ich einfach weiter Katzen und Kinder ohne Hände und Füße zeichnen. Aber mal ehrlich, dadurch werde ich nicht besser. Bekomme ich aber eine konkrete Aufgabe oder ein Thema gestellt, muss ich mich damit auseinander setzen und auch mal eine Giraffe zeichnen.

 

 

 

Oft schaute ich mir Bilderbücher an oder Illustrationen im Internet und dachte immer "hach, ich wünschte ich könnte so zeichnen". Aber auch zeichnen muss man, wie alles andere auch lernen. Ich kann keinen Basketball in die Hand nehmen und erwarten, dass ich jeden Korb rein mache. Also ist üben angesagt. ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN. Und zwar beinahe täglich. Jeden Tag ein kleines Thema, ein Tier, eine Pflanze, ein Kind. Dazu waren die Challenges hilfreich. So musste ich auch mal ein Pferd zeichnen oder ein Dreirad oder ältere Menschen, nicht nur Kinder. Und ich wurde besser. Schritt für Schritt. Einzelne Striche wurden sicherer, Skizzen gingen schneller von der Hand.

 

Besser werden

 

Nach dem ich den Kurs gemacht hatte, wollte ich unbedingt besser werden. Meine Zeichnungen waren süß, keine Frage, aber um damit als Illustrator Fuß zu fassen, hätte es damals nicht gereicht. Also schaute ich was die anderen so trieben und zeichneten. Durch beobachten und gezieltes kopieren lernte ich. Ich habe mir Illustrationen herausgesucht, die mir gut gefielen und meinem Stil ähnlich waren bzw. den Stil zu dem ich hin wollte. Ich habe dann tatsächlich erstmal kopiert. Abgezeichnet. Diese Bilder habe ich nicht veröffentlicht, da es ja im Grunde nicht meine sind, sondern habe sie nur zu Übungszwecken benutzt. Durch das abzeichnen lernt man Schwünge, Striche und Rundungen zu verstehen. Warum sieht das Kind so viel frecher aus als meins? Wieso transportiert es mehr Emotionen? In meinem Fall war es so, dass ich zunächst Pünktchenaugen gezeichnet habe. Mit Kulleraugen mit Pupille lassen sich aber viel mehr Emotionen transportieren, da die Figur auch mal in eine andere Richtung schauen kann. Unschuldig nach oben oder schielend auf die Nase. Dann zeichnete ich Augenbrauen dazu. Alles nur kleine Striche, die aber viel Auswirkung auf den Charakter haben. So wurden meine Figuren süßer, aber oft auch frecher. Geh mal in die Bücherei und leih Dir gezielt Kinderbücher aus, die Dir gefallen. Schau warum sie Dir gefallen und wie Du das selbst für Deinen Zeichnungen umsetzen kannst.

 

Professionell arbeiten

 

Ich habe viel herum probiert. Neue Stifte, Pinsel, Papier. Jeder hat glaube ich da seine eigenen Vorlieben und falls Du sie noch nicht hast, such weiter. Ich war schon immer eher der Stiftetyp. Buntstifte hatten es mir am meisten angetan. Ich mag einfach ihren Farbauftrag und wenn sie manchmal kümmeln beim zeichnen. Ich finde Aquarell auch wahnsinnig toll. Also habe ich es ausprobiert. Ich musste dann aber wieder mal feststellen, dass ich kein Pinseltyp bin. Jetzt war ich aber schon auf dem Weg mein Portfolio aufzubauen um mich damit bei Verlagen und Agenturen zu bewerden. Professionell werden. Also versuchte ich irgendwann am Tablet digital zu zeichnen. Jetzt denkt ihr wahrscheinlich wie ich. Digital ist ja auch viel einfacher, Stimmt aber nicht. Meine Striche waren zu beginnt total zittrig und alles sah aus, als hätte ich im Paint gemalt. Auch das digitale zeichnen will, wie jede andere Technik, geübt werden, bis sie funktioniert. Also zeichnete ich am Tablet und übte. Mein Portfolio baute ich aber analog mit Stiften und ein bisschen Aquarell auf. Bis ich irgendwann den Photoshopkurs von Johanna machte und es bei mir Klick gemacht hatte. 3 Wochen vor der Buchmesse beschloss ich mein komplettes Portfolio auf digital umzustellen. Denn Buntstiftzeichnungen finde ich zwar immernoch wunderschön, sind aber auf dem Markt leider nicht gefragt. Mit dem Portfolio fuhr ich dann also zur Buchmesse. Es kam viel besser an als ich erwartet hatte. Vorallem eine kleine Hexe, die ich gezeichnet hatte, gefiel den Lektoren besonders gut. Als ich wieder zuhause war, habe ich mir diese Hexe nochmal vor die Brust genommen. Ich habe genau versucht zu schauen, warum sie anders und so viel besser war als die anderen Bilder. Sie transportierte Emotionen, war frech und süß zugleich. Ihre Haare waren anders. Also suchte ich nach einer neuen Art Haare zu zeichnen und schaute dabei wieder was die anderen machten, versuchte erstmal wieder zu kopieren und hinterher meinen eigenen Stil daraus zu finden. Das Feedback auf der Messe hat mir einen enormen Schub gegeben und mir die Richtung gewiesen, sodass ich heute als Illustratorin arbeiten kann und im nächsten Jahr meine ersten Kinderbücher erscheinen werden. Also holt Euch Feedback. In einem Kurs, von ehrlichen Freunden oder Familienmitgliedern oder eben vom Profi.

 

 

Ich hoffe ich konnte Dir so einen kleinen Einblick in meinen zeichnerischen Weg geben. Also wenn Du Dich verbessern willst, egal ob aus Spaß oder proffessionell, bleib dran. Zeichne jeden Tag, zeichne auch Dinge die Dir nicht liegen. Teile Deine Bilder mit anderen und hol Dir Feedback. Finde Deine Technik und ansonsten hab Spaß dabei. Fröhliches Kritzeln und tschööö, Eure Sandy

 

 

 

Erfolgreich Illustrator werden - Kurs von Johanna Fritz (Werbelink)